In zwei Welten - die erste Woche

Montag bin ich zweifellos nach dem Tag schnell eingeschlafen. Dienstag ging es dann nochmal so früh für mich raus. Der Urbanistika Kurs begann um 8:20, was bedeutet, dass ich um 7:00 aufstehen musste. Das war auch das erste Mal, dass der Kurs komplett in Katalan unterrichtet wurde. Die Sprache zu lesen ist das eine, sie zu hören das andere. Ich hab vielleicht 20% verstanden. Dafür ging die Gruppenbildung erstaunlich einfach und die Spanier waren sogar per Mail erreichbar und so lies sich schnell eine Gruppe bilden. Ja, zu dem Katalan muss ich nochmal einen gesonderten Eintrag schreiben. Hier erstmal ein Foto von der Uni hinter den Bergen, im man könnte meinen dem tiefsten Katalonien.



Nachdem Katalanschock, habe ich dann eine freudigere Entdeckung gemacht. Ich war im wunderschönen Gracia unterwegs, hab dort in der Bücherhalle weiter für die HCU gearbeitet, und bin auf dem Rückweg auf LIDL gestoßen. Lidl in Gracia ist ein toller Laden, so billig, so bekannt und mit Selbst-Checkout Kassen. Der Liter Olivenöl kostet hier nur 5 Euro statt 10 in Deutschland. Warum die Lidl-Entdeckung für mich eine Rolle spielt: ich muss meine Essgewohnheiten hier neu sortieren. Das Mittags in die Mensa gehen ist hier nicht so ein Ding - es hätte mir spätestens auffallen können, als während der Unitour die 5 Mikrowellen im Loungebereich als Highlight angepriesen wurden. Deshalb bin ich jetzt Sonntags am Mealpreppen für die ganze Woche. LIDL macht diesen Prozess sehr viel angenehmer, und bietet gleichzeitig noch Überraschungen wie diese hier: 


Am Mittwoch war ich beim Sport. Nach meinem Erlebnis von Montagabend, kann man sagen, dass ein Blick auf die Google-Stoßzeiten völlig ausreicht, um hier gut durch das Trainingsprogramm zu kommen.
Dann war ich nach St. Cugat beordert wurden, denn der Professor macht ernst und will jetzt ein Tischmodell vom Poble Espanyol haben. Also haben wir bis 20:00 an dem Modell gearbeitet.

Anschließend wollte ich aber die ESN Ovella Night nicht verpassen. Kurz nach Hause und Abendessen reingepfiffen, ging es einmal quer in die Stadt zu dem Brauhaus. Es ist ein wirklich toller Ort! Voll, gutes und günstiges Bier, Karaoke, zahlreiche Pool- und Tischkickermöglichkeiten... was braucht eine Bar noch mehr?!! Nur fand ich den Tisch von ESN leider nie. Auf der Plusseite, fand ich den vom ESN abtrünnigen Tisch mit Italienerinnen, mit denen ich mich noch sehr gut verstehen sollte. Spätestens seitdem ich die Truppe zum Sara Peche ti Amo Karaokesingen bewegt habe, bin ich in die italienische Gruppe gut integriert. Ach, das war wirklich ein netter Abend. Ein Abend, wo ich das erste mal das Gefühlt hatte, man ist ja wirklich nie alleine auf der Welt und man wird für den ersten Schritt auf die Menschen zuzugehen doch eigentlich nur belohnt. 



Der Tag danach, Donnerstag, war schwierig. Und auch Freitag ging es erst zum Ende hin aufwärts. Nach den drei Tagen in der Uni, dem frühen Aufstehen um 6:00 morgens war ich wirklich platt. Einkaufen gehen habe ich noch geschafft und dann habe ich mich um Papierkram gekümmert, der mich wirklich einfach nur nervt. Mich jetzt noch mit dem Bafög Amt, dem International Office oder der Studienverwaltung zu beschäftigen, hat mir wirklich den letzten Nerv geraubt. Ich weiß nicht, wie ich es Abends dann noch auf ein Bier geschafft habe. So könnte ich jedenfalls unsere Kroaten besser kennenlernen, die auch wirklich ganz wunderbare Menschen sind. Samstag habe ich mich wieder der HCU gewidmet und dieses blöde Seminarpaper weitestgehend abgeschlossen, womit wir auch beim Thema des Blog angekommen wären. Ich bin im wunderschönen Barcelona, doch habe ich doch den Papierkrams und die Abgaben aus Hamburg hier noch soviel am Hut, dass ich mit meinem Kopf noch nicht wirklich hier bin. Die gute Nachricht ist, dass das auch ein absehbares Ende hat - der 28.2. ist mein Independence Day. 12 Tage werde ich mit dem Kopf noch woanders sein müssen. Meine Hoffnung ist, dass ich dann wirklich auch mal einen Augenblick zur Erholung nach diesen 5 Semestern an der HCU finde und noch mehr tolle Leute kennenlernen kann. Es ist ja nicht so, dass es sie nicht gibt. Sie sind überall, doch bin auch heute wieder unausgeholt aufgewacht. Dass sie überall sind, hat sich eben wieder gezeigt, da ist nähmlich bei uns der Strom ausgefallen. Es war eine super Gelegenheit, sich mal besser kennenzulernen im Apartment! Mit dem Kollegen aus Madrid stimme ich auf jeden Fall schon einmal in meiner Ansicht über Katalan überein.  

Fazit dieser ersten Woche: ich verheimliche hier ja nichts, es war wirklich anstrengend. Aber es gab auch wirklich tolle Momente, wie in der Ovella Bar am Mittwoch. Wie bekomme ich es hin, mehr von den tollen Momenten zu haben? Meine Vermutung: mit Hamburg gedanklich endlich abschließen. Darum widme ich mich nun voll und ganz den letzten beiden Abgaben, damit ich auch gedanklich endlich in dieser wunderschönen Stadt mit wundervoll-geselligen Menschen ankommen kann. Wer sonst würde zum öffentlichen Grillen auf dem Stadtplatz einladen?

LG Lenny


 





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